Hanf, ein Biomaterial der Zukunft

Hanf: ein Rohstoff zu reduzierten Kosten und unter Berücksichtigung der Umwelt

Naturfasern werden seit langem erfolgreich in Isolations- und Baumaterialien eingesetzt, werden aber auch zur Verstärkung von Verbundwerkstoffen für die Luftfahrt und Automobile eingesetzt. Forscher des Leibniz-Instituts für Agrartechnik in Potsdam-Bornim (ATB) sowie der Technischen Universität (TU) in Dresden wollen Hanfverarbeitungsverfahren mit hoher Energieeffizienz und geringen Kosten entwickeln und patentieren. Am 26. März 2007 wurde in Potsdam eine Pilotanlage in Betrieb genommen.

Mit dieser neuen Anlage soll gezeigt werden, dass es möglich ist, die Kosten für die Verarbeitung von landwirtschaftlichem Hanf im Vergleich zu den üblichen Verfahren um die Hälfte zu senken. Dazu wird nicht mehr die gesamte Pflanze nach dem Schneiden an der Luft getrocknet, sondern zum Zeitpunkt der Ernte zerkleinert und dann in Silos gelagert, um dann in verschiedene Nebenprodukte umgewandelt zu werden.

Hanf kann bis zu einem Drittel andere faserige Rohstoffe (Holz, Stroh usw.) ergänzen. Durch Hinzufügen von 1100 Tonnen Hanf (150 Hektar Anbau) zu 5000 Tonnen anderen Naturfasern erhalten wir eine Isolierung von 170.000 Quadratmetern und einer Dicke von 10 cm. Ein weiterer Vorteil: Die gesamte Anlage kann genutzt werden, es entsteht kein Abfall. Andererseits ist die Herstellung von Isolierungen aus Naturfasern viel weniger energieintensiv als die anderer Isolationsmaterialien. Da das fertige Produkt leichter ist, wird für den Transport weniger Kraftstoff benötigt. Schließlich ebnet diese Technologie den Weg für eine neue Einnahmequelle für die Landwirtschaft, da sowohl die Hanferzeugung als auch die Hanfverarbeitung in ländlichen Gebieten dezentral erfolgen können.

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Diese Pilotanlage wurde von der EU mit 1 Mio. EUR finanziert. Auch die Bundesregierung sowie das Land Brandenburg beteiligten sich mit einer Investition von jeweils 172.000 Euro.

Quelle: BE Deutschland

Hanf beißt auf dem Kunststoffmarkt

Hanf, der traditionell zur Herstellung von Papier- oder Tierabfällen verwendet wird, findet sich immer häufiger in der Bauindustrie oder in der Kunststoffindustrie. Dank einer Struktur von Chanvrière de l'Aube, dem führenden europäischen Hersteller, tritt es allmählich an die Stelle traditioneller Kunststoffe.

Fibers, Recherche, Développement (FRD) wurde Anfang 2008 im Troyes-Technopol gegründet und ist ein Forschungsunternehmen, das sich der Valorisierung von Pflanzenfaser-Agro-Materialien (Hanf, Flachs, Holz usw.) widmet.

Es soll der wissenschaftliche Vermittler zwischen Hanferzeugern und Industrie sein.

In den letzten Jahren hat die Bauindustrie die Vorzüge der Anlage erkannt: Einerseits hat die in Hanfwolle umgewandelte Faser mit ihren Wärme- und Schalldämmungskapazitäten Besucher angezogen; Auf der anderen Seite erzeugt chènevotte, gemischt mit Kalk, Leichtbeton, der auch sehr isolierend ist und einen viel günstigeren COXNUMX-Fußabdruck aufweist als herkömmlicher Beton.

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Aber gerade in der Kunststoffindustrie webt die Zukunft für Hanf. Die Injektion von Fasern in thermoplastische und duroplastische Materialien als Ersatz für Glasfaser entwickelt sich immer mehr, insbesondere in der Automobilindustrie. Fast 30% Pflanzenfasern in den Kühlpropellern, Heckscheiben, Ausgleichsbehälterdeckeln oder Batterieträgern machen sie bei gleicher Leistung leichter und damit energieeffizienter und viel leichter recycelbar.

Laut Savourat, Präsident von FRD und Chanvrière de l'Aube, werden viele andere Anwendungen erwartet, insbesondere in der Luftfahrt, bei Steckverbindern oder Sportmaterialien.

Quelle: Romandie.com

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