Chemieingenieure entwickeln ökologische Benzinadditive

Forscher des Lehrstuhls für die Entwicklung chemischer Prozesse an der Universität Dortmund (Nordrhein-Westfalen) entwickeln derzeit einen alternativen Benzinzusatz, von dem sie glauben, dass er eine glänzende Zukunft hat: GTBE (Glycerin-ter-butylether) . Dieses Additiv wird aus Glycerin gebildet und ist aus ökologischer Sicht gegenüber anderen Additiven vorteilhafter.

Seit dem Verbot der Verwendung von Bleiadditiven in Benzin wird in Deutschland MTBE (Methyl-ter-butylether) eingesetzt. Dies garantiert eine hohe Forschungsoktanzahl IOR (ROZ - Forschungsoktanzahl) in Benzin und beschädigt den Motor nicht. Seine Verwendung ist jedoch nicht völlig harmlos und in den USA aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit teilweise verboten (MTBE kann leicht in das Grundwasser eindringen). "MTBE ist sicherlich nicht giftig", sagt Arno Behr von der Universität Dortmund, "aber es hat einen sehr unangenehmen Geschmack und Geruch, was bedeutet, dass man es offensichtlich nicht im Trinkwasser finden möchte." . Aus diesem Grund haben Herr Behr und seine Kollegen lange an einem alternativen Zusatzstoff gearbeitet: GTBE. Es ist ein zufriedenstellender Ersatz für MTBE, hat auch einen hohen Research Octane Index und sorgt für eine lange Lebensdauer des Motors.

Lesen Sie auch:  2004 unter den heißesten Jahren seit einem Jahrhundert

Darüber hinaus bietet das auf Glycerin basierende Additiv vor allem Umweltvorteile: GTBE ist nicht wasserlöslich und ökologischer als herkömmliches MTBE. Es ist auch eine interessante Alternative für die Kraftstoffindustrie in Bezug auf den Preis: Glycerin
ist im Moment teurer als Methanol, aber Herr Behr prognostiziert für die kommenden Jahre einen massiven Preisverfall aufgrund einer massiven Präsenz auf dem Weltmarkt. Aufgrund der europäischen Richtlinien, die eine Erhöhung der Produktion von Rapsdiesel bis 2010 empfehlen, wird die Produktion von Glycerin - Rückgewinnungsprodukt von Rapsdiesel - in Europa 700.000 oder 800.000 Tonnen pro Jahr betragen. "Für diese Menge Glycerin gibt es noch keine Anwendung", erklärt Behr. Glycerin als Additiv zu einem Kraftstoff würde es somit ermöglichen, drei Probleme gleichzeitig zu lösen: Es ist ökologisch, in großen Mengen als Rückgewinnung aus Rapsdieseln verfügbar und daher letztendlich kostengünstig.

Lesen Sie auch:  Zwei neue forums: Freizeit und Sport, Wissenschaft und Technologie

Das Team von Dr. Behr hat ein technisches Verfahren entwickelt, mit dem GTBE in einem geschlossenen, rückstandsfreien Kreislaufsystem hergestellt werden kann. Der Einsatz von Glycerin wird jedoch nicht so schnell erfolgen, wie man hoffen könnte. "Die Umstellung von MTBE auf GTBE stellt eine erhebliche Investition dar und hängt vor allem von den Entscheidungen der großen Erdölkonzerne ab", erklärt Behr schließlich Die ökologischen Auswirkungen sind dennoch ein wichtiges Argument. "

Kontakte:
- Lehrer. Dr. Arno Behr-Tel.: +49 231 755 2310, Fax: +49 231 755 2311 -
E-Mail:
behr@bci.uni-dortmund.de
Quellen: Depeche IDW, Pressemitteilung der Universität Dortmund,
15
Herausgeber: Nicolas Condette
nicolas.condette@diplomatie.gouv.fr

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *